Der Stammbaum der Familien Huber - Stockert - Röck - Kosak - u.a.

von Stockert, Franz-Günther

Franz-Günther Ritter von StockertAge: 68 years18991967

Name
Franz-Günther Ritter von Stockert
Given names
Franz-Günther
Surname
Ritter von Stockert
Birth January 9, 1899 38 28
Death of a paternal grandmotherLeopoldine Schimak
August 28, 1899 (Age 7 months)
Death of a paternal grandfatherFranz Emanuel Andreas Stockert
March 23, 1900 (Age 14 months)
Death of a fatherLeopold Ritter von Stockert
March 10, 1938 (Age 39 years)
Death of a motherDora Meynert
February 24, 1947 (Age 48 years)
Occupation
Psychiater

Death February 25, 1967 (Age 68 years)
Title
Prof.

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Note

Franz Günther Ritter von Stockert studierte Medizin in seiner Heimatstadt Wien. Die Hinwendung zur Psychiatrie schien für den Theodor Meynert-Enkel von vornherein festzustehen. Schon als Student hatte er in der Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" Wien gearbeitet und nachdem er 1924 sein Staatsexamen abgelegt und promoviert hatte, ging er als Assistent an die Wiener Psychiatrische Klinik, die unter der Leitung von Julius Wagner von Jauregg stand. 1926 wechselte er an die Universitätsnervenklinik Halle. Dort habiliterte er sich 1928 und erhielt 1935 eine außerplanmäßige Professur. In den folgenden Jahren war von Stockert bei Wilhelm Tönnis in der neurochirurgischen Abteilung der Universität Würzburg sowie bei Karl Kleist an der Universitätsnervenklinik in Frankfurt am Main tätig. Ab 1940 fungierte von Stockert als Chefarzt eines Nervenlazaretts und anschließend als beratender Psychiater der Heeresgruppe Mitte in Rußland. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges ging von Stockert zurück nach Frankfurt, wo er u.a. das Fach Kinderpsychiatrie in Vorlesungen vertrat. 1954 folgte er dem Ruf auf den Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie an die Universität Rostock und wurde Direktor der Anstalt Gehlsheim. Von vornherein scheint es Schwierigkeiten gegeben zu haben, die sowohl politische als auch klinikinterne Ursachen hatten. Die Repressalien führten soweit, dass von Stockert 1958 verhaftet und zu einem Jahr Gefängnis unter Auferlegung einer Bewährungsfrist von zwei Jahren verurteilt wurde. Noch im gleichen Jahr verließ er Rostock und war fortan als Dozent in Frankfurt tätig. Ab 1964 wurde er Leiter der kinderpsychiatrischen Abteilung und erhielt das Extraordinariat für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Johann-Wolfgang-Goethe Universität Frankfurt. Kurze Zeit nach seiner Emiritierung verstarb von Stockert in Frankfurt. Am 2. Oktober 1995 hob das Landgericht Rostock das 1958 verhängte Urteil auf und rehabilitierte somit Franz Günther von Stockert.

Wissenschaftliche Tätigkeit Die Mehrzahl der Arbeiten von Stockerts widmeten sich dem Gebiet der Kinder- und Jugendpsychiatrie und erlangten internationale Anerkennung. Bereits durch seine Tätigkeit bei dem Neuropsychiater Gabriel Anton in Halle, der sich mit Entwicklungsst��rungen im Kindes- und Jugendalter beschäftigt hatte, erhielt von Stockert nachhaltige Anregungen. Hier hielt er schon 1929 erste Vorlesungen über die Psychopathologie des Kindesalters. Diese gemeinsamen Erfahrungen faßte von Stockert in seinem wohl bekanntesten Werk "Psychopathologie des Kindesalters" zusammen, das bis 1967 in vierter Auflage erschien und zu einem der bedeutenden deutschsprachigen Lehrbücher auf diesem Gebiet wurde. In Frankfurt hatte von Stockert dann ab 1937 die Leitung der psychiatrischen Kinderabteilung der Universitätsnervenklinik übernommen, die ihm Karl Kleist anvertraut hatte. Darüber hinaus waren die wissenschaftlichen Arbeiten von Stockerts weit gefächert. 1928 habilitierte er sich zum Thema "Über Umbau und Abbau der Sprache bei Geistesstörung". Sein Interesse an der menschlichen Sprache und ihren Störungen führte u.a. zu Untersuchungen über das Stottern, den Mutismus oder die Sprache bei Neurotikern und Taubstummen. Des weiteren veröffentlichte er einen vielfach beachteten, monographischen Beitrag zur Sexualität des Kindes und verfaßte einen wichtigen Abschnitt in dem bekannten Handbuch der medizinischen Sexualforschung "Die Sexualität des Menschen" von Hans Giese. Von Stockert war mehrere Jahre Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung und Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Jugendpsychiatrie sowie Präsident der Union Europäischer Pädopsychiater.

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