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Karl der Große

Karl Age: 65 years748814

Name
Karl
Given names
Karl
Name suffix
der Große
Title
Kaiser
Alias
Carolus Magnus, Charlesmagne
Birth April 2, 748
MarriageHimiltrude View this family
768 (Age 19 years)

MarriageGerperga View this family
769 (Age 20 years)

Birth of a son
#1
Pipin “der Bucklige”
770 (Age 21 years)

Birth of a daughter
#2
Hiltrude

Birth of a daughter
#3
Ruothild de Faremoutiers

Birth of a daughter
#4
Adaltrude

AnnulmentGerperga View this family
yes

Einseitige Auflösung (verstoßen)Gerperga View this family
770 (Age 21 years)

MarriageHildegarde von VinzgauView this family
771 (Age 22 years)

Birth of a son
#5
Karl “der Jüngere” von Ingelheim
772 (Age 23 years)

Birth of a daughter
#6
Adelaide
September 773 (Age 25 years)

Death of a daughterAdelaide
July 774 (Age 26 years)

Birth of a daughter
#7
Rotrud
775 (Age 26 years)

Birth of a son
#8
Pipin I. “Karlmann” von Italien
777 (Age 28 years)

Birth of a son
#9
Louis “der Fromme” Aquitanien
August 778 (Age 30 years)
Birth of a son
#10
Lothar
August 778 (Age 30 years)
Birth of a daughter
#11
Bertha
779 (Age 30 years)

Death of a sonLothar
779 (Age 30 years)

Birth of a daughter
#12
Gisela
781 (Age 32 years)

Birth of a daughter
#13
Hildegard
June 8, 782 (Age 34 years)

MarriageFastrada View this family
783 (Age 34 years)

Death of a wifeHildegarde von Vinzgau
April 30, 783 (Age 35 years)

Death of a daughterHildegard
June 1, 783 (Age 35 years)

Birth of a daughter
#14
Theodrada de Argenteuil
785 (Age 36 years)
MarriageLuitgard View this family
794 (Age 45 years)

Marriage of a childPipin I. “Karlmann” von ItalienBertha von ToulouseView this family
795 (Age 46 years)

PartnerMadelgard View this family
795 (Age 46 years)

PartnerGersvind View this family
798 (Age 49 years)

Death of a daughterGisela
800 (Age 51 years)

PartnerRegina View this family
800 (Age 51 years)

Birth of a son
#15
Drogo von Metz
801 (Age 52 years)

Birth of a son
#16
Hugh de St. Quentin
802 (Age 53 years)

PartnerAdalind View this family
806 (Age 57 years)

Birth of a son
#17
Theodric
807 (Age 58 years)

Death of a daughterRotrud
June 6, 810 (Age 62 years)

Death of a sonPipin I. “Karlmann” von Italien
July 8, 810 (Age 62 years)

Death of a sonPipin “der Bucklige”
811 (Age 62 years)

Death of a sonKarl “der Jüngere” von Ingelheim
811 (Age 62 years)

Death January 28, 814 (Age 65 years)
Title
Kaiser, König der Franken

Family with Himiltrude - View this family
himself
wife
Marriage: 768
3 years
son
Family with Gerperga - View this family
himself
ex-wife
Marriage: 769
Annulment:
Family with Hildegarde von Vinzgau - View this family
himself
wife
Marriage: 771
2 years
son
21 months
daughter
2 years
daughter
3 years
son
20 months
son
1 month
son
17 months
daughter
3 years
daughter
17 months
daughter
Family with Fastrada - View this family
himself
wife
Marriage: 783
3 years
daughter
daughter
Family with Luitgard - View this family
himself
wife
Marriage: 794
Family with Madelgard - View this family
himself
wife
daughter
Family with Gersvind - View this family
himself
wife
daughter
Family with Regina - View this family
himself
wife
son
2 years
son
Family with Adalind - View this family
himself
wife
son

Media objectKarl der GroßeKarl der Große
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Media objectKarls des Großen AutografKarls des Großen Autograf
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Type: Other
Note

Karl I., der Große, lat. Carolus Magnus oder Karolus Magnus, franz./engl. Charlemagne, engl. gelegentlich auch Charles the Great, (* wahrscheinlich 2. April 748 in Prüm; 28. Januar 814 in Aachen) aus dem Geschlecht der Karolinger, Enkel von Karl Martell. Seit 768 König der Franken (die Krönung fand in Noyon statt) und am 25. Dezember 800 von Papst Leo III. in Rom zum römischen Kaiser gekrönt. Den Beinamen "der Große" erhielt er bereits zu seinen Lebzeiten.

Leben und Herrschaft: Festigung und Expansion, Einheit von Kirche und Reich

Karl wird Alleinherrscher: Die Lage des Reiches 771 Karl war der ältere Sohn des späteren Königs Pippin des Jüngeren und dessen Frau Bertrada. Sein Geburtsort ist unbekannt (vermutlich Prüm), sein Geburtsjahr umstritten (742 oder 747 oder 748). Sein Biograf Einhard schreibt, dass über seine Kindheit und Jugend schriftlich nichts überliefert sei und auch bei der Abfassung der Biografie (etwa 15 Jahre nach Karls Tod) keine Personen mehr gelebt hätten, die davon hätten erzählen können (cap. IV). Nach dem Tod seines Vaters 768 teilte er - er war 26 - die Herrschaft mit seinem Bruder Karlmann. Nach Karlmanns Tod wurde er 771 Alleinherrscher. Zu jener Zeit fielen die früh christianisierten Franken in barbarische Gebräuche zurück und vernachlässigten die erworbene Bildung und Religion. Die Sachsen im heutigen Norddeutschland beharrten auf ihrem Heidentum. Im Süden stritt die katholische Kirche mit den Langobarden um Einfluss, Besitz und Macht auf der Apenninen-Halbinsel, auf der iberischen Halbinsel (s. Emirat von Córdoba) drängten die Sarazenen immer weiter nach Norden, im Osten fielen Awaren ein - kurz: Europa war in Aufruhr, und der Bestand des Frankenreiches schien bedroht. Karl I. war offenbar von Anfang an zu einer Neuordnung der Verhältnisse in Westeuropa entschlossen und scheute sich während der Zeit bis 800 nicht, an den unterschiedlichsten Fronten gleichzeitig zu kämpfen.

772: Beginn der Sachsenkriege Bereits 772 begannen die Sachsenkriege, die 32 Jahre währten und die den "Vater Europas" (Pater Europae), wie Karl später verklärend auch genannt wird, nicht nur in bestem Licht erscheinen lassen.

774: Unterwerfung der Langobarden Im März 773 baten päpstliche Gesandten am Hof Karls um Unterstützung gegen die Langobarden. 774 eroberten die Franken Pavia. Karl setzte den letzten Langobardenkönig Desiderius ab; dessen zuvor geheiratete Tochter verstieß er bald darauf. Er ließ sich nun selbst zum König der Langobarden krönen. Papst Stephan III. ( 772) hatte die Langobarden in einem Brief an die Frankenkönige Jahre zuvor als "eine treulose und stinkende Nation" denunziert, "die nicht einmal zu den Nationen gerechnet wird und von der gewiss die Aussätzigen ihren Ursprung haben". Im Süden blieb das Herzogtum Benevent bis zur Eroberung durch die Normannen im 11. Jahrhundert selbstständig, wenngleich es auch zu den Satellitenstaaten des Fränkischen Reiches gezählt werden muss. Karl bestätigte auch die Pippinische Schenkung seines Vaters an die Kirche, aus der später der Kirchenstaat hervorgehen sollte.

778: Kriegszüge gegen die Mauren Weit geringeren Erfolg zeitigte ein Kriegszug nach Spanien im Jahr 778. Anlass dafür war ein Hilfegesuch des Emirs von Saragossa, der um Unterstützung gegen den Kalifen Abderahman von Córdoba bat: Beim Rückzug wurde ein Teil des fränkischen Heeres von den vermeintlichen "Heiden" (so zeitgenössische Quellen) aufgerieben. Dabei fiel auch der Graf der bretonischen Mark, Hruotland, der Befehlshaber der vernichteten fränkischen Nachhut. Das Geschehen wird später im Rolandslied wiederaufgegriffen. Aquitanien wurde als ein Unterkönigtum für Karls minderjährigen Sohn Ludwig eingerichtet; zusammen mit seinem zum italischen Unterkönig ernannten Bruder Pippin wurde er 781 vom Papst gesalbt und gekrönt. Die Verhältnisse im Pyrenäenraum konnten so zunächst stabilisiert werden, der Herrschaftsbereich der Franken wurde - wenn auch nur zeitweise - bis nach Gerona, Cerdagne, Urgel und Barcelona erweitert. Erst als Folge späterer Auseinandersetzungen mit den Sarazenen (so nannte das spätere Mittelalter die Mauren) wurde 806 die Spanische Mark jenseits der Pyrenäen gegründet.

Die Beziehungen zur arabischen Welt scheinen trotz der Feldzüge und durch die aufgegebene, weil letztlich gescheiterte Eroberung und Rechristianisierung Spaniens nicht generell schlecht gewesen zu sein: 797, nach anderen Quellen 801, schenkte der Kalif von Bagdad, Harun al-Rashid, Karl I. den ersten in der überlieferten Geschichte nördlich der Alpen gesichteten Elefanten namens Abul-Abbas - es war überdies ein asiatischer.

788: Bayern verliert seine Selbstständigkeit 788 wurden auch die Baiern (so die alte Schreibweise) endgültig dem Reich einverleibt und unter fränkische Oberhoheit gestellt. Der letzte bayerische Stammesherzog Tassilo III., der sein Lehen 757 von Pippin bekommen hatte, versuchte vergeblich, die Eigenständigkeit durch ein Bündnis mit den eigentlich schon unterworfenen Langobarden zu retten. Am Aufbegehren gegen die Franken, die man durch die Auseinandersetzungen mit den Sachsen als voll ausgelastet einschätzte, war auch Herzog Arichis II. von Benevent beteiligt. Die Unbotmäßigkeiten der italienischen Koalitionäre Tassilos waren u.a. durch Belagerungen von Capua und Salerno 786/787 beendet worden. Das bayerische Gebiet, das ab 798 von Salzburg aus zu einer eigenen Kirchenprovinz ausgebaut wurde, blieb nach der Angliederung gleichwohl als politische Entität erhalten. Unter den als Präfekten bezeichneten Amtsträgern des Königs (im 9. Jahrhundert als Unterkönigtum) wahrte es durchaus eine Sonderstellung innerhalb des fränkischen Reichsverbands.

Die Eingliederung der Baiern ins Frankenreich war neben der Unterwerfung der Sachsen die wichtigste Voraussetzung für die spätere Herausbildung des Heiligen Römischen Reiches und damit Deutschlands unter den Ottonen.

Um 800: Der neue Schutzherr Roms und der Kirche 795 wurde Leo III. zum Papst gewählt. Er versicherte sich umgehend der Unterstützung des Frankenkönigs und übersandte Karl I., dem Schutzherrn der Kirche (patricius romanorum) den Schlüssel zum Grab Petri sowie das Banner Roms. Das Papsttum war seit einiger Zeit unter den Einfluss des in diverse Fraktionen aufgesplitterten römischen Stadtadels geraten, der bei der Papstwahl ausschlaggebend war. 799 spitzte sich die Konfrontation mit dem Adel zu; das Kirchenoberhaupt war sogar Ziel eines Mordanschlags. Leo III., dem u.a. ein unwürdiger Lebenswandel vorgeworfen wurde, flüchtete zu Karl nach Paderborn. Was dort und unter Umständen schon weit vorher abgemacht wurde, ist nicht geklärt: Möglicherweise wurde erst hier, vielleicht aber auch schon Jahre zuvor die Kaiserkrönung vereinbart. Denkbar wäre auch, dass es dazu überhaupt keine Absprache gegeben hat. Die historische Forschung stört sich vor allem an der Anmerkung Einhards: "Hätte Karl vom Vorhaben Leos gewusst, hätte er die Kirche nicht betreten" (Vita Karoli Magni, cap. XXVIII). Eine andere Quelle hingegen, die Lorscher Annalen, berichtet von einer Synode der fränkischen und römischen Bischofe, bei der man dem Frankenherrscher die Kaiserwürde angetragen habe. Möglicherweise bezieht sich die Anmerkung Einhards nicht auf die Kaiserkrönung selbst, sondern auf deren Umstände und ihren protokollarischen Ablauf.

Karl jedenfalls zog im Sommer 800 nach Rom. Leo III. empfing ihn weit vor den Toren der Ewigen Stadt und legte einen Reinigungseid ab, der ihn von den Vorwürfen der Verschwörer aus Kreisen des Adels entlasten sollte.

Am Weihnachtstag des Jahres 800 wurde Karl von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt. Dieser Titel war seit der Absetzung von Romulus Augustulus im Jahr 476 in Westeuropa nicht mehr geführt worden. Durch die Hinzufügung der Formel "von Gottes Gnaden" (lat. Dei gratia) zum Herrschertitel wurde damit auch das Gottesgnadentum erstmals institutionalisiert, auf das sich z.B. die deutschen Kaiser bis 1918 beriefen. Karls voller Titel ab 800 lautete: Karolus serenissimus augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum imperium gubernans qui et per misericordiam dei rexusius Francorumatque regnatum Langobardorarum (frei übersetzt: "Karl allergnädigster Erhabener, von Gott gekrönt, großer Frieden stiftender Herrscher, das römische Reich regierend, von Gottes Gnaden König der Franken und Langobarden").

Als patronus et advocatus der Kirche hatte Karl I. nun endgültig den byzantinischen Kaiser abgelöst - wie zuvor schon den Langobarden Desiderius. Der Patriarch von Jerusalem schickte die Schlüssel des Heiligen Grabes an Karl I. als symbolische Anerkennung der Schutzherrschaft Karls I. über die Christenheit. Die Krönung zum Kaiser bedeutete somit eine Herausforderung für das byzantinische Kaisertum (Basileios), dem gegenüber Karl die Gleichberechtigung beanspruchte - wenn nicht mehr.

Karl verstand sich als Augustus Imperator Renovatio Imperii Romani (Kaiser des erneuerten Römischen Reiches) und somit als direkter Nachfolger der römischen Kaiser. Sein fränkisches Reich war damit das Nachfolgereich des römischen Kaiserreiches, das er aufgrund seiner Legitimation durch die Kirche sanctus (heilig) nannte. Die Einheit von Kirche und Reich war nun ganz offiziell Staatsdoktrin. Als Beschützer des Papstes und des christlichen Glaubens war Karl der Große sehr darauf bedacht, dass in seinem Reich jeder das Pater Noster (Vaterunser) kannte. Zeitweilig standen Verunglimpfungen von Priestern oder des Christentums und seiner Symbole sogar unter Todesstrafe.

Nach 800: Die Ausweitung des Frankenreiches im Osten

Karolingische Reiterei Als Ersatz für deportierte Sachsen ließ Karl I. im Nordosten des Reiches (Transalbingien) elbslawische Abodriten und auch Franken ansiedeln. Ab 804 kam es zu Auseinandersetzungen mit den Dänen, deren König Göttrik (auch: Godfred) nach Friesland bzw. Sachsen ausgriff und, unterstützt von den Wilzen, die Abotriten bekämpfte. Das zum Schutz vor den Franken errichtete Danewerk zwischen Treene und Schlei wird 808 erstmals in den Fränkischen Reichsannalen erwähnt. 810 plünderten die Dänen Friesland und die friesischen Inseln. Den Abodriten im Osten Holsteins gelang es jedoch, sich mit fränkischem Beistand von dänischer Oberhoheit freizuhalten; 811 kam es zu einem Friedensvertrag mit den Dänen. Allerdings blieb das Verhältnis von Franken und Abodriten ambivalent, wie die Umstände der Errichtung des Sachsenwalls (Limes Saxoniae) um 810 belegen.

Das Verhältnis zu den slawischen Stämmen östlich von Sachsen und Thüringen war ebenfalls zwiespältig: 789 kam es zu einem Feldzug der Franken gegen die Wilzen; nach der langwierigen Unterwerfung der Sachsen wurden auch die Sorben 806 gewaltsam ins Frankenreich integriert, nachdem deren Herzog Miliduoch getötet worden war. Zeitgenössischen Quellen zufolge versuchten sie in den darauffolgenden Jahrzehnten jedoch mehrfach abzufallen. Auch scheint es hier eine oder gar mehrere Grenzmarken gegeben zu haben; die Forschungslage hierzu ist jedoch unklar (siehe auch: Limes Sorabicus).

Böhmen geriet nach einer Kampagne in den Jahren 805 und 806 in fränkische Abhängigkeit und wurde tributpflichtig. In einer Urkunde von 817, in der die Provinzen und Völker des Frankenreiches aufgelistet werden, werden die Beheimi als eines der abhängigen Völker genannt. Auch sie wurden nach und nach offenbar erfolgreich christianisiert: 845 ließen sich 14 Herzöge aus Böhmen in Regensburg taufen; der bayrische Klerus war Hauptträger der Missionierung. Ab Mitte des 9. Jahrhunderts - Karls Enkel Ludwig der Deutsche war seit 843 König (s. Vertrag von Verdun) - wurde Böhmen immer mehr zum Zankapfel zwischen dem Ostfrankenreich und dem Großmährischen Reich des Sventopluk; ab 862 wurden auch die Ungarn zum Problem. Die Expansion der Franken in diesen Raum begründete - neben den Besiedlungswellen unter den Premysliden - den politisch wie kulturell nachhaltigen deutschen Einfluss im östlichen Mitteleuropa in den folgenden Jahrhunderten (s. Deutsche Ostsiedlung).

Karl I. als Reformer: Neuordnung des Reiches im Innern Mit teilweise tiefgreifenden Reformen, von denen einzelne sein Nachfolger Ludwig der Fromme weiter vorantrieb, ordnete Karl I. das Frankenreich auch im Innern neu. So schaffte er die Stammesherzogtümer ab, wobei die rechtliche Eigenständigkeit der Stämme allerdings gewahrt wurde. Karl ordnete überdies die Aufzeichnung der Stammesrechte an. Im Lex Frisionum etwa wurden den Friesen im Nordwesten und Norden des Reiches auf der Grundlage ihrer überkommenen Gesetze und Gepflogenheiten bedeutende Privilegien zugestanden. Sie wurden zu "Freien" und durften u.a. ihren Podestat selbst wählen. Auch die Einteilung Frieslands in drei klar definierte Bezirke wurde im - hier beispielhaft angesprochenen - Lex Frisonium festgeschrieben.

Die Reichsverwaltung, die Karl I. zu vereinheitlichen trachtete, übertrug im Wesentlichen einem Dienstadel. Unter diesen Grafen, die im königlichen Auftrag handelten (Grafenbann), erlangten die Markgrafen besondere Bedeutung: Sie waren die Regenten in den neu geschaffenen Grenzmarken und hatten weitreichende Sonderrechte, etwa als Militärbefehlshaber oder auch als Gerichtsherren. Die Landgrafen mussten Wehrpflichtige stellen. Die Übertragung von Ämtern und Lehen an die führenden Adelsfamilien (die "Großen") sicherte deren Loyalität und begründete eine neue Reichsaristokratie. Die Grafschaftsverfassung wurde zum wichtigsten Instrument zur Wahrung der Einheit des Reiches, obgleich es an den unterschiedlichen Traditionen im Westen bzw. Osten des Reiches (römische Civitas versus germanischer Gau) seine Grenzen fand. In letzteren mögen auch die gänzlich verschiedenen Entwicklungen im Hinblick auf Staatsaufbau und Staatsrecht gründen: sie mündeten im heutigen Frankreich als einer zentralistischen Präsidialrepublik einerseits, in dem die Regionen und Départements im Wesentlichen bloße Verwaltungseinheiten sind, und in der Verfasstheit Deutschlands andererseits - einer föderalistischen "Parlaments"-Republik mit weitreichenden Hoheitsrechten der Bundesländer, die vielfach noch auf überkommene Stammesgrenzen zurückzuführen sind.

Mit den Kapitularien wurde zudem eine weitgehend einheitliche Gesetzgebung geschaffen, das Gerichtswesen und die Rechtsprechung reformiert (u.a. Einführung von Rügezeugen und von Schöffen). Die Regierbarkeit von Karls Riesenreich sollten vor allem sogenannte Königsboten, die missi dominici, sichern. Diese wurden meist paarweise entsandt (ein weltlicher und ein geistlicher Vertreter), um Anweisungen und Erlasse des Königs und Kaisers durchzusetzen. Sie konnten in einem zugeteilten Bezirk gfs. auch die unmittelbare Reichsgewalt ausüben.

Eine herausragende Rolle bei der Neuordnung und Festigung im Innern spielte die Kirche, die Karl durch den massiven Ausbau der klerikalen Infrastruktur (u.a. wurden zahlreiche neue Bistümer gegründet, wobei sich Karl das Recht vorbehielt, die Bischöfe selbst zu ernennen), durch umfangreiche Schenkungen, die Bekräftigung des Zehntgebots und durch Reformen zum wahrscheinlich wichtigsten Band der Einheit seines Reiches machte. Die Benediktregel (ora et labora) wurde für die Klöster verbindlich wie auch für die Stiftsgeistlichkeit die vita communis. Die von Pippin in die Wege geleitete Liturgiereform wurde weitergeführt.

Das ehedem gänzlich uneinheitliche Geldwesen wurde ebenfalls reformiert. Die Goldbindung des Geldes wurde aufgegeben, der Silberdenar als reichsweit geltende verbindliche Währung eingeführt. Ein Solidus bzw. Schilling waren 12 Denar; ein Pfund ���(libra), dessen Gewicht gegenüber dem antiken Maß erhöht wurde, entsprach 20 Solidi. In Karls Münzordnung wurde festgelegt, dass aus einem Pfund Silber 240 Pfennige (Denare) geprägt werden müssen. Der angelsächsische König Offa von Mercien übernahm zur gleichen Zeit diese Regelung, die in England in der Tat bis 1971 in Kraft war.

Note

Anmerkung: Heribert Illig (* 1947 in Vohenstrauß in Bayern) ist ein deutscher Germanist und Systemanalytiker. Seine publizistische Tätigkeit, die zu beachtlichem öffentlichem Interesse geführt hat, konzentriert sich aber auf die Chronologiekritik.

Illigs bekannteste These handelt von einem angeblich erfundenen Mittelalter. Er stellt die kontroverse These auf, dass 297 Jahre der Geschichtsschreibung im Zeitraum September 614 bis August 911 in Wirklichkeit nicht existierten, sondern auf eine Fälschung im Auftrag von Kaiser Otto III., Kaiser Konstantin Porphyrogennetos und Papst Silvester II. zurückzuführen seien.

Illig verfasst Aufsätze und Bücher, ist Herausgeber der Zeitschrift Zeitensprünge und hält Vorträge, um seine Thesen zu verteidigen. Seine Werke veröffentlicht er hauptsächlich im Eigenverlag, dem Mantis-Verlag in Gräfelfing. Einige seiner Bücher wurden auch vom Ullstein Taschenbuchverlag (früher Econ) verlegt.

Source: Wikipedia

In seinem Buch "Das erfundene Mittelalter" vertritt Heribert ILLIG (Wikipedia-Artikel) die These, dass dreihundert Jahre durch eine mittelalterliche Dokumentenfälschung im Zuge und in Folge der konstantinischen Schenkung, als heute unter dem Begriff "Fantomzeit" bekannte Zeitspanne, unserer Zeitrechnung hinzugefügt wurden.

Illigs These ist sicher in vielen Punkten bestechend, aber wohl insgesamt nicht haltbar. Was aber tatsächlich unwiderlegbar ist und einer historischen Korrektur dringend bedarf ist der Umstand, dass die in diese Zeit hineinfallende geschichtliche Figur Karls des Großen im Laufe der Jahrhunderte eine Überhöhung erfahren hat, die nicht gerechtfertigt ist und zu einer mythologisch wirkenden Ereignisdichte kumuliert ist.

Was allein im Wikipedia-Beitrag "Karl der Große" alles ihm zugeschrieben wird ist im wahrsten Sinn des Wortes "sagenhaft". Man stelle sich vor wo dieser Mann überall war. Wenn man die Anzahl seiner Reisen mit der damaligen Reisegeschwindigkeit in Einklang bringt, reicht dies um drei Leben damit auszufüllen. Da sind seine sonstigen Aktivitäten, wie Städte-, Pfalzen- und Klostergründungen, Reformierung des Rechts- und Münzwesens, Literatursammlung und vieles mehr noch gar nicht berücksichtigt. Kurz, das kann sich für ein mittelalterliches Leben nicht ausgehen.

Aber anstatt der Realität ins Auge zu sehen und zu erkennen, dass da etwas in der Zuordnung der Ereignisse schief gelaufen sein muss, wird weiter analysiert, geforscht und "erkannt", was Karl nicht noch alles geleistet haben mag.

Es erweckt den Anschein als ob die einzelnen Forscher versuchen mit der Zuordnung zu Karl dem Großen ihre Thesen aus der Diskussion um Plausibilität herausnehmen, bzw. heraushalten zu wollen. Denn in europäischen Historikerkreisen ist es verpönt Karl den Großen in Zweifel zu ziehen, gilt er doch sowohl den Franzosen als auch den Deutschen (und damit einem nicht unbeträchtlichen Teil der europäischen Bevölkerung) als Stammvater ihrer Völker. Und wenn wirklich diesem Mann zuviel zugeschrieben sein sollte - falsch liegen ja immer nur die anderen. Die eigenen Thesen sind sicher richtig!

Wie das vor sich geht zeigt ein schönes Beispiel. Im Jahr 2005 wird in Mainz ein Fragment in einem Archiv wiederentdeckt, welches als Lehne zu einer Sitzgelegenheit gehört zu haben scheint. Datiert wurde dieses Stück auf das späte achte Jahrhundert. Einstimmig (von wem ???) wir dieser Fund angeblich als "Königsthron, möglicherweise von Karl dem Großen" interpretiert. Dem kann man aber einiges entgegenhalten: Wie z.B. dass Mainz keine Kaiserpfalz war, dass nicht jede Lehne, auch wenn sie reich verziert war, zu einem Thron gehört, dass nicht in jedem Thron Karl der Große gesessen hat, auch nicht im achten Jahrhundert. Wenn es ein schönes Relikt dieser Zeit ist, warum ist es erst dann bedeutend, wenn "Karl der Große" drin gesessen hat? Das zeigt wieder einmal mehr die Manie der Archäologen, dass alles was sie finden bedeutungsschwanger sein muss. Kaum einer gibt zu, dass er einen banalen Alltagsgegenstand gefunden hat, sondern alles wird zum "Kultgegenstand" hochstilisiert. Aber erstens sind Informationen aus dem Alltag vor 1200 Jahren genauso interessant und zweitens wird mit jedem "Kultgegenstand" mehr die oben genannte Manie offensichtlicher und damit lächerlicher.

Zurück zu Karl: Macht es denn niemanden stutzig, dass der angeblich von diesem Mann induzierte Innovationsschub für Europa, der fast den ganzen Kontinent erfasst und aus dem "finsteren" Mittelalter herausgeführt haben soll und durchaus den Vergleich mit der Renaissance nicht zu scheuen bräuchte (manchmal daher auch "karolingische Renaissance" genannt) - dass diese so plötzlich entstandene Hochkultur unmittelbar nach dem Tod dieses Mannes wieder spurlos verschwindet und sich erst ungefähr 150 Jahre später langsam wieder entwickelt? Ist es da nicht viel logischer, dass da die eine oder andere Zuordnung falsch ist und dieser "Überkaiser" in der Form gar nicht existiert hat?

Mag schon sein dass es Karl als Person wirklich gegeben hat, aber dass er so groß war wie ihn die Geschichtsforschung sieht darf schon sehr bezweifelt werden. Die von Illig so benannte Fantomzeit wird mit ziemlicher Sicherheit nicht wirklich eine Erfindung sein, dass jedoch die Zeit um Karl dem Großen neu bewertet und geordnet werden muss, steht für mich außer Zweifel.

Nachsatz: Das abgebildete Autograf Karls war seine "Unterschrift" und es ist bekannt, dass Karl nur das Häkchen in der zentralen Raute gesetzt hat. Dafür gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten: Nach der herkömmlichen Sicht der Forschung war Karl durch seine übermenschlich-zahlreichen Aktivitäten wahrscheinlich so im Stress, dass er keine Zeit für eine ganze Unterschrift hatte. Eine andere Erklärungsmöglichkeit dafür wäre aber, dass dieser Übermensch ganz einfach nahezu Analphabet war (denn damals beinhaltete die höfische Erziehung nicht zwingend das Erlernen der Fertigkeiten von Lesen und Schreiben - dazu gab es ja Schreiber und Berater). Source: http://martin.med-huber.at/genealogie-und-geschichte/geschichte-und-geschichten/9-karl-der-grosse (offline)